Relaunch von Climbing.de ... Work in progress ...

Dreister Materialdiebstahl an der Alpspitze

Hier könnt ihr so richtig eure Meinung zu den unterschiedlichsten Themen kundtun...

Moderatoren: ModBot, Alma, webmaster, Jürgen-Kremer, wollfiech, Steff

Dreister Materialdiebstahl an der Alpspitze

Beitragvon michaelknoll » 19. Aug 2011, 01:51

Hallo liebes Forum,

obwohl ich normalerweise nicht so der Forums-Schreiber bin wende ich micht mit einer Sache an dieses Forum, weil ich nicht so recht weiß wohin sonst damit.

Vor zwei Wochen war ich mit meiner Freundind und einem guten Freund an der Alpspitze beim Klettern. Als erste alpine Tour für meine beiden BegleiterInnen, haben wir uns den KG-Weg ausgesucht. Am Einstieg war vor uns ein Pärchen Kletterer aus der Pfalz - Yves und Johannes - von denen Johannes bereits eine Weile in der ersten Seillänge kletterte, als wir langsam fertig waren mit herrichten. Nachdem wir eine Weile gewartet hatten, war bei Yves das Seil aus und Johannes offensichtlich noch nicht an einem Stand, weil er die Route verloren hatte. Da man vom Einstieg nicht in die Route sieht, konnte ich auch nicht ausmachen, wo er war und wo er eigentlich sein sollte.

Yves stand ohne einen Knoten in seinem Seil und ohne dass er selbst eingebunden gewesen wäre mit ca. 50cm Seilrest in einer Hand da und telefonierte: Die beiden hatten keine Seilkommandos ausgemacht und statt dessen vereinbart, dass sie per Handy kommunizieren wollten. 60m Seil waren komplett aus, es war klar, dass was auch immer Johannes da gefunden hatte nicht der Stand gewesen sein konnte. Ich dachte, er sei vielleicht zu weit geklettert.

Nach einer Weile bin ich dann neben dem Seil von Johannes eingestiegen und habe mein Material so gelegt, dass Yves hätte nachsteigen können. Damit möchte ich sagen: Ich habe bzw. hätte die beiden nicht gestört. Zuerst bin ich dem Seil nachgeklettert, es war aber schnell klar, dass Johannes statt nach 10m nach oben zu klettern einem markanten Quergang gefolgt war, der abgesehen von ein paar alten Schlaghaken ins Nichts geführt hat. Das habe ich ihm dann auch gesagt und bin der Route entlang zum ersten Stand geklettert. Am Stand angekommen hab ich wieder Ausschau nach Johannes gehalten und gesehen, dass der inzwischen an einem einzelnen Schlaghaken hängend das gesamte Seil zu sich gezogen hat und sich offensichtlich daran abseilen wollte. Die von ihm gekletterte Länge war 60m lang, das Seil (Einfachseil) war genau so lang. Er wäre also in einer Abseillänge nicht zurück zum Einstieg gekommen und hätte durch den mehr oder weniger waagrecht verlaufenden Quergang nicht vernünftig zum Einstieg zurück abseilen können.

Um die Problematik der Situation zu verstehen, muss man wissen, dass die Touren an der Alpspitze von einem Weg starten, der in ca. 150m Wandhöhe in die Wand quert und dann in einem Tunnel verschwindet, man kommt also mit einmal abseilen nicht mehr an den Wandfuß, wenn man mal 40m gequert ist.

Nach einigem Überlegen ob und wie ich jetzt helfen soll (das Wetter sollte nicht sooo lange halten, ich hatte zwei Neulinge am Seil und eine wie auch immer geartete Hilfe würde viel Zeit in Anspruch nehmen) entschied ich mich ihn von oben zu sichern. Nachdem also meine Kletterpartner am Stand waren, band ich mich aus, warf Johannes das mit 3 Karabinern beschwerte Seilende zu und sagte ihm, er möge sich doch darin einbinden, damit er von oben gesichert den Quergang zurückklettern könne und ich würde. Das tat er bereitwillig, ich hintersicherte das Seil mit HMS und Schleifknoten und wollte warten, bis Johannes sein Seil aufgenommen hatte und weiterklettern konnte.

Just in dem Moment tat es einen Schlag und mein Seil spannte sich schlagartig. Johannes war ganz offensichtlich gestürzt und ca. 10 - 15m quer gependelt. Etwas erschrocken fragte ich ihn, ob alles ok sei, er bejahte die Frage und war wohl dennoch etwas benommen und von oben gut sichtbar am Arm auch leicht verletzt. Beim Seil abziehen hatte er wohl das Gleichgewicht verloren, war aus der Wand gefallen und gependelt. Ich war froh, Hilfe geleistet zu haben, wenngleich mein neues Halbseil, welches an diesem Tag zum ersten Mal zum Einsatz kam danach nicht mehr ganz neu ausschaute. Doch der Ärger darüber war nicht annähernd so groß wie die Erleichterung, dass nichts Ernstes passiert war.

Davon ausgehend, dass Johannes nach so einer Aktion sicherlich unter erhöhtem Adrenalin stand gab ich ihm die weiteren Schritte von oben ganz genau vor. Ich bat ihn, von sich zwei Exen einzuhängen, sobald er einen Bohrhaken erreichte, um nicht noch einmal so weit zu pendeln und sagte ihm, dass ich ihn anders als zunächst geplant bis an den Einstieg ablassen wolle, weil er vermutlich leicht unter Schock stand. Zwischendrin baht ich ihn noch einen Friend von mir mitzunehmen, den meine Freundin vergessen hatte mitzunehmen. Diesen konnte er bergen.

Zurück am Einstieg vereinbarte ich mit ihm in einer klar geführten Kommunikation, dass er den Friend, die drei Karabiner, welche ich ihm ans Seil gemacht hatte und seine Adresse doch bitte in einer Tasche hinterlegen möge, die wir am Einstieg deutlich sichtbar zurück gelassen hatten. Er hat dies verstanden, mir nochmal deutlich gesagt, dass er alles dort hineintun würde und auch, dass er seine Adresse hinterlegen wolle. Die Adresse wollte ich von ihm, weil zu dieser Zeit noch nicht absehbar war, wie stark das Seil beschädigt war und ich evtl. danach mit ihm in Kontakt treten wollte, falls das Seil von seinem Sturz stark beschädigt worden wäre.

Nachdem Johannes sich ausgebunden hat, konnte ich das Seil wieder zu uns an den Stand ziehen, ich band mich wieder ein und wir hatten einen schönen Klettertag mit überraschend gutem Wetter. Die 7 Seillängen bis zum Band waren leicht zu klettern, meinen Aspiranten hat es Spaß gemacht und nach ausgiebiger Rast kehrten wir zu Fuß über den Klettersteig an den Einstieg zurück. Dort wollte ich unsere Stofftasche und das zurückgebliebene Material abholen.

Der Inhalt der Stofftasche - oder besser gesagt: der nicht vorhandene Inhalt - schockte mich allerdings gewaltig. Es war nicht nur keine Adresse in der Tasche, sondern weder die Karabiner noch mein Friend. Jetzt mag man vielleicht denken, dass jemand anders die Sachen herausgenommen haben könnte, aber:

1. Wer macht sich die Mühe, eine Tasche aufzumachen, dort genau das Material herauszunehmen, dass ich Johannes gegeben hab und anderes Material drinnen zu lassen

2. Beim wieder-anbinden der Tasche genau den gleichen Segler-Knoten zu verwenden, den meine Freundin benutzte um die Tasche zu befestigen (sie segelt...)

3. Neben dem Material auch noch einen Zettel mit der versprochenen Adresse aus der Tasche zu klauen und

4. Nicht einfach die ganze Tasche mitzunehmen.

Es war also klar, dass wider der klar getroffenen und bestätigten Vereinbarung KEIN Material in die Tasche gelegt wurde.

Meine letzte Hoffnung war, dass die zwei entweder an der Bergstation der Alpspitzbahn warten würden oder aber das Material dort hinterlegt haben könnten. Also bin ich dahingerannt, hab nach den beiden gesucht, hab alles Personal gefragt - NIX. An der Talstation das selbe Spiel.

Für mich stand fest, das Material im Wert von ca. 120 Euro wurde einfach mitgenommen, von einem anderen Kletterer, den ich davor aus akuter Bergnot gerettet habe. Diese Tatsache machte mich fassungslos und wütend gleichzeitig.

Ich schreibe das hier auch in der Hoffnung, dass vllt. ein Forumsleser die beiden Jungs kennt, die ich hier nochmal beschreiben möchte:

Vornamen: Johannes und Yves - Nachnamen sind mir unbekannt.
Herkunft: Pfalz - evtl. Nähe Mauschbach.
Alter: ca. 19 - 21 Jahre
Sie hatten ein etwas verwetztes blau-schwarzes 60m Einfachseil dabei.
Gehen wohl öfter in der Pfalz (ja, ich weiß die ist groß) zum Klettern, gehen öfter in die Halle in Zweibrücken zum Klettern
Sind wohl beide bei den Naturfreunden.

Wer mir Hinweise zu den beiden nennen kann, die dazu führen, dass ich mein Material wieder bekomme, dem würde ich gerne einen Finderlohn in Höhe von 50 Euro zukommen lassen.

Vielleicht können dortige Kletterer oder Hallenbetreiber den Beitrag auch in der Kletterhalle aushängen...

Auf jeden Fall im Voraus schon mal vielen Dank für eure Hilfe!


Mimi
michaelknoll
Forum Newbie
 
Beiträge: 1
Registriert: 8. Aug 2011, 23:27

Re: Dreister Materialdiebstahl an der Alpspitze

Beitragvon dingsbums » 20. Aug 2011, 21:09

Hast du ne beschreibung von denen?

Frag mal den eggi, ob der was dazu sagen kann

gruß
dingsbums
Grad noch Forum Newbie
 
Beiträge: 10
Registriert: 13. Nov 2008, 16:17


Zurück zu Was ich schon immer mal zum Bergsport sagen wollte

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste