Schweine in Lawine vergraben

Fragen zu alpinen Dingen?

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MolaMola
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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von MolaMola » 26. Jan 2010, 07:57

slowboarder hat geschrieben: nur hat Cosimo Schopenhauer und Beethoven in keinsterweise mit Tierversuchen in Verbindung gebracht.
Aber sicher doch. Lies den Thread-Titel.
Ihm ging es nur darum , daß er ein Problem damit hat, wenn manche Meschen über Sachen richten und Urteil fällen wollen, von denen sie keine Ahnung haben.
Das war ja nicht schwer zu verstehen. Dennoch sind diese Beispiele ungeeignet und in meinen Augen Totschlagargumente. Wo wären wir, wenn sich hier jeder, der keine Ahnung hat, in unsere hehre wissenschaftliche Arbeit einmischt? Das ist die Frage, die Cosimo hier stellt. Und für mich steht die Frage eben anders:
Wo wären wir, wenn sich niemand darum kümmerte, was die Wissenschaft so treibt?
Die Vergangenheit hat deutlich gezeigt, dass der Mensch dazu neigt, Machbarkeit über Vertretbarkeit zu stellen. Warum denn gibt es heutzutage überhaupt Ethikkommisionen? Weil die Wissenschaft sie gefordert hat? Das glaube ich wohl kaum.
Die Photosynthese war eine gute Idee.

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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von jo3 » 26. Jan 2010, 10:29

DIe Vor-Verurteilungen gingen aber schon los, als überhaupt nicht bekannt war, was mit dem Experiment eigentlich genau erreicht werden sollte. Man mag prinzipiell gegen Tierversuche sein, dann wäre eine ablehnende Haltung a priori gerechtfertigt. Wenn man aber noch nicht einmal versteht, worum es geht und sich auf nur Basis von wildesten Spekulationen (s.u.) über die Wissenschaft echauffiert, ohne dieser eine Chance auf Rückmeldung zu lassen, dann ist das kein Diskurs der auf Vernunft basiert, sondern -gelinde gesagt - "dummes Gewäsch".
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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von eaglevision » 26. Jan 2010, 12:22

Wozu gibt es eigentlich Ethikkommissionen, wenn sowas möglich ist:
http://de.news.yahoo.com/26/20100125/ts ... 61bdb.html
Das ist für mich Zynismus in Reinkultur!
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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von Topobär » 26. Jan 2010, 13:56

Ganz einfach! Das Leben eines Menschen wird noch immer über das Leben eines Schweines gestellt. Wenn glaubhaft gemacht werden kann, dass ein Experiment, bei dem Schweine getötet werden, dabei hilft Menschenleben zu retten, wird sich dem keine Ethik-Kommission wiedersetzen

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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von slowboarder » 26. Jan 2010, 21:33

MolaMola hat geschrieben:
slowboarder hat geschrieben: nur hat Cosimo Schopenhauer und Beethoven in keinsterweise mit Tierversuchen in Verbindung gebracht.
Aber sicher doch. Lies den Thread-Titel.
Ihm ging es nur darum , daß er ein Problem damit hat, wenn manche Meschen über Sachen richten und Urteil fällen wollen, von denen sie keine Ahnung haben.
Das war ja nicht schwer zu verstehen. Dennoch sind diese Beispiele ungeeignet und in meinen Augen Totschlagargumente. Wo wären wir, wenn sich hier jeder, der keine Ahnung hat, in unsere hehre wissenschaftliche Arbeit einmischt? Das ist die Frage, die Cosimo hier stellt. Und für mich steht die Frage eben anders:
Wo wären wir, wenn sich niemand darum kümmerte, was die Wissenschaft so treibt?
Die Vergangenheit hat deutlich gezeigt, dass der Mensch dazu neigt, Machbarkeit über Vertretbarkeit zu stellen. Warum denn gibt es heutzutage überhaupt Ethikkommisionen? Weil die Wissenschaft sie gefordert hat? Das glaube ich wohl kaum.
Hi
Schön, dann könntest du ja sachlich argumentieren, anstatt zu polemisieren.
Die Treadüberschrift ist übrigens völlig irrelevant für den Inhalt der einzelnen Beiträge, das ist nämilch bei ALLEN Beiträgen dieses Treads immer die gleiche, nämlich die vom Treadstarter, und die wird einfach von jedem Antworter (auch von dir) einfach übernommen.

btw, wenn ich die Zeitungsartikel richtig gelesen habe, dann hat die Ethikkommission den Versuchen zugestimmt.

Gruß, Slowboarder

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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von eaglevision » 26. Jan 2010, 22:55

Topobär hat geschrieben:Ganz einfach! Das Leben eines Menschen wird noch immer über das Leben eines Schweines gestellt. Wenn glaubhaft gemacht werden kann, dass ein Experiment, bei dem Schweine getötet werden, dabei hilft Menschenleben zu retten, wird sich dem keine Ethik-Kommission wiedersetzen
"Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen."
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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von MolaMola » 27. Jan 2010, 07:35

slowboarder hat geschrieben: Hi
Schön, dann könntest du ja sachlich argumentieren, anstatt zu polemisieren.
Was soll dieser Text? Liest du die Beiträger anderer überhaupt, oder ist es ein Verständnis-Problem? Ich habe nichts dagegen, wenn jemand eine andere Meinung hat, das aber ist reine Stänkerei.
Die Treadüberschrift ist übrigens völlig irrelevant für den Inhalt der einzelnen Beiträge, das ist nämilch bei ALLEN Beiträgen dieses Treads immer die gleiche, nämlich die vom Treadstarter, und die wird einfach von jedem Antworter (auch von dir) einfach übernommen.
Aha. Wusste ich noch gar nicht. Es geht aber schon noch um das Thema, oder?
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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von Cosimo » 27. Jan 2010, 10:50

MolaMola hat geschrieben:Wo wären wir, wenn sich niemand darum kümmerte, was die Wissenschaft so treibt?
Ja, das ist eine gute Frage. Pessimistisch könnte ich antworten: Genau da, wo wir sind, denn es gibt in unserer Gesellschaft längst keine allgemein anerkannte moralische Instanz mehr, die Wissenschaft und Technik kontrollieren könnte. Aber das wäre vermutlich doch übertrieben. Oder jedenfalls vereinfacht.
Es geht um die gesellschaftliche oder, wie es gerne vollmundig genannt wird, die "demokratische" Kontrolle der Wissenschaft. Die sollte es wohl geben, denn immerhin finanzieren alle Steuerzahler das, was wir Wissenschaftler treiben, und von den Folgen sind alle Menschen möglicherweise betroffen. Leider aber hat sich hierzulande der Irrglaube durchgesetzt, dass "Demokratie" bedeute, dass die Meinung eines Jeden über Alles immer gleich viel wert sei. Daher dieser Tanz um die "Meinung", die von richtigen Instituten erforscht wird, und sich doch, von keinerlei Sachkenntnis beschwert, im Pesthauch einer BILD-Schlagzeile in jede beliebige Richtung drehen kann. - Ich möchte verlangen, dass jemand, der über eine Sache ein Urteil fällt, sich mit dieser Sache hinreichend intensiv beschäftigt hat, um die Argumente für und wider zu kennen. Dann wäre es durchaus wünschenswert, dass interessierte Bürger die Wissenschaftler kritisch befragen und auch kontrollieren.
Im vorliegenden Falle ist das offensichtlich nicht geschehen. Da haben Leute von einem spektakulären Versuch mit großen Tieren (denn wer schert sich um Mäuse?) Wind bekommen und ihn, eben weil er spektakulär und mit großen Tieren war - und nicht, weil er besonders verwerflich gewesen wäre -, ins Visier ihres Protests genommen. Zielrichtung und Rechtfertigung des Versuchs hat diese Leute offensichtlich keine Sekunde lang interessiert, eine Diskussion haben sie nicht gewollt.
MolaMola hat geschrieben:Die Vergangenheit hat deutlich gezeigt, dass der Mensch dazu neigt, Machbarkeit über Vertretbarkeit zu stellen.
Ich vermute, dass Du Günther Anders kennst. Wenn nicht, sei er Dir sehr ans Herz gelegt.
:wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink:
(Bitte ausschneiden und nach Bedarf im Text verteilen.)
Excelsior!

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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von MolaMola » 27. Jan 2010, 12:58

Cosimo hat geschrieben: Da haben Leute von einem spektakulären Versuch mit großen Tieren (denn wer schert sich um Mäuse?) Wind bekommen und ihn, eben weil er spektakulär und mit großen Tieren war - und nicht, weil er besonders verwerflich gewesen wäre -, ins Visier ihres Protests genommen.
In dieser Hinsicht gehe ich mit dir konform.
Zielrichtung und Rechtfertigung des Versuchs hat diese Leute offensichtlich keine Sekunde lang interessiert, eine Diskussion haben sie nicht gewollt.
Da sind wir eben unterschiedlicher Auffassung, denn mich interessieren Zielrichtung und Rechtfertigung nicht - ich bin komplett ein Gegner von Tierversuchen. Insofern stellt sich für mich auch nicht die Frage nach dem Warum oder Wofür.
Ich vermute, dass Du Günther Anders kennst. Wenn nicht, sei er Dir sehr ans Herz gelegt.
Kenne ich nicht, aber du hast mich nach einigem Googlen neugierig gemacht. Kannst du da etwas Bestimmtes empfehlen an Literatur?
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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von Cosimo » 27. Jan 2010, 17:05

MolaMola hat geschrieben:[...] ich bin komplett ein Gegner von Tierversuchen. Insofern stellt sich für mich auch nicht die Frage nach dem Warum oder Wofür.
Und ich bin kein so glühender Befürworter, dass ich mich in eine Grundsatzdiskussion darüber stürzen würde. Für mich und meinen Arbeitsalltag habe ich mich damit arrangiert und könnte das auch verteidigen. Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass Du Deine komplette Ablehnung logisch durchhalten kannst.
MolaMola hat geschrieben:
Cosimo hat geschrieben: Ich vermute, dass Du Günther Anders kennst. Wenn nicht, sei er Dir sehr ans Herz gelegt.
Kenne ich nicht, aber du hast mich nach einigem Googlen neugierig gemacht. Kannst du da etwas Bestimmtes empfehlen an Literatur?
Ich habe ihn durch ein DTV-Bändchen kennengelernt, das, glaube ich, "Günther Anders - Lesebuch" oder so hieß. Das bot einen guten Überblick. Falls es das nicht mehr gibt, kannst Du auch gleich zum ersten Band der "Antiquiertheit des Menschen" greifen. Da hast Du alle Hauptthemen.
Und da Anders im letzten Jahrhundert der brillanteste Stilist ist, den ich kenne, liest man gerne ein paar Seiten mehr.

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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von MolaMola » 27. Jan 2010, 17:53

Danke! Ich werde mich mal umtun nach dem Mann. :D
Die Photosynthese war eine gute Idee.

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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von MolaMola » 27. Jan 2010, 19:17

So, habe Band 1 bestellt. Wehe, es ist langweilig, Cosimo! Hat 17 Tacken mit Versand gekostet. :o
Die Photosynthese war eine gute Idee.

Jörg
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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von Jörg » 27. Jan 2010, 19:20

MolaMola hat geschrieben:So, habe Band 1 bestellt. Wehe, es ist langweilig, Cosimo! Hat 17 Tacken mit Versand gekostet. :o
Bei dieser Aussage kann der Threadtitel eine ganz andere Bedeutung bekommen ;) (sorry, @Cosimo, das war ganz sicher nicht persönlich gegen Dich gemünzt ;) )

Grüße,
Jörg

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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von slowboarder » 27. Jan 2010, 22:57

MolaMola hat geschrieben:
slowboarder hat geschrieben: nur hat Cosimo Schopenhauer und Beethoven in keinsterweise mit Tierversuchen in Verbindung gebracht.
Aber sicher doch. Lies den Thread-Titel.
Hi Mola
kannst du bitte die Textstelle aus Cosimos Beitrag zitieren, wo er Schopenhauer und Beethoven mit Tierversuchen in verbindung bringt? ich finde sie nicht.

Gruß, Slowboarder

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Re: Schweine in Lawine vergraben

Beitrag von Cosimo » 28. Jan 2010, 09:58

slowboarder hat geschrieben:Hi Mola
kannst du bitte die Textstelle aus Cosimos Beitrag zitieren, wo er Schopenhauer und Beethoven mit Tierversuchen in verbindung bringt? ich finde sie nicht.
Ich vermute, dass er meint, dass ich die Verbindung dadurch hergestellt habe, dass ich Schopenhauer und Beethoven in einem Strang mit diesem Titel erwähnt habe. Oder anders: Das Thema war gesetzt, und ich habe zu dem Thema einen Verweis auf die beiden Größen beigetragen, ergo eine Verbindung hergestellt.
Das mag so sein, ist aber keineswegs verwerflich. So funktionieren Analogien.
:wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink: :wink:
(Bitte ausschneiden und nach Bedarf im Text verteilen.)
Excelsior!

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